Das Lutherbild kehrt zurück!

Das Lutherbild kehrt zurück!

Nach längerer Trennung ist ein Wiedersehen immer umso schöner: Seit dem 20. Juni 2025 komplettiert das Lutherbild wieder unsere Lobby!

 

Nach einer Restauration des historischen Gemäldes, freuen wir uns darauf, es wieder an seinem gewohnten Platz bestaunen zu können. Denn was ist das Hotel & Restaurant Schwarzer Bär als Teil der Lutherlegende ohne das bekannte Lutherbild?

Das Lutherbild im Hotel & Restaurant Schwarzer Bär

„Luther im „Gasthof zum Schwarzen Bären“ in Jena, März anno domini 1522“

Unsere Lobby erstrahlt bald in neuem Glanz! (© Michael Bruckschlegel)

So steht es geschrieben auf dem historischen Gemälde und so hängt es seit über 150 Jahren in unserem Hotel & Restaurant. Dass der Schwarze Bär ein fester Bestandteil der Reformationsgeschichte rund um Luther ist, zeigt sich an vielen Stellen: Das Luthermenü begeistert unsere Gäste; unser Haus finden Sie am Lutherplatz 2 und in unserer Lobby werden Sie Zeugen eines Meilensteins der Geschichte.

Im Jahr 1861 entstand das Lutherbild, gemalt von Otto Schwerdgeburth. Es zeigt eine Unterhaltung Luthers, damals unter dem Namen „Junker Jörg“ unterwegs, mit zwei Schweizer Studenten. Dieses Ereignis fand während Luthers erstem Besuch in Jena und seiner Übernachtung im damaligen Gasthaus zum Schwarzen Bären statt. Es folgten weitere Besuche in der Stadt, doch der 3. März 1522 bleibt bis heute im Jenaer Gedächtnis und wurde sogar anlässlich des 500. Jubiläums groß gefeiert.

Zeit für eine Restauration – Um die Geschichte zu bewahren

Selbst unbeabsichtigt, hinterlassen die Zeit und menschliche Einflüsse ihre Spuren an historischen Werken. Das betrifft nicht nur Skulpturen, Denkmäler oder Landschaften. Auch Gemälde, vor allem aber jene, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind, nehmen mit der Zeit Schaden in Form von Rissen, Farbverlust, Schmutz oder alternden Materialien. An einem Ort, wie in einer Hotellobby, spielen unbemerkt die kleinsten Faktoren hinein:

 

  • Umwelteinflüsse wie UV-Einstrahlung oder Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur
  • mechanische Einflüsse wie Vibrationen der Umgebung
  • chemische Schäden wie Aerosole aus Reinigungsmitteln in der Umgebung
  • natürlicher, zeitbedingter Verschleiß
  • Schäden durch Rauch aus früheren Raucherzonen

 

Man möchte es nicht, aber man kann ein Gemälde nie gänzlich davor bewahren. Zu guter Letzt ist es die Zeit, die den größten Teil beiträgt. Deswegen werden vor allem berühmte oder historische Gemälde alle paar Jahrzehnte überprüft und restauriert – Um die Authentizität der Geschichte zu bewahren.

Feine Farbverluste kommen bei der Restauration zum Vorschein, derer wir uns meist nicht bewusst sind. (©Michael Bruckschlegel)

Wie Restaurationen den Zauber der Vergangenheit erhalten

Möchte man es einfach halten, ist eine Restauration die Wiederinstandsetzung eines Gegenstandes. Vor allem bei historischen Gemälden und Denkmälern ist es eine der bedeutendsten Praktiken, um die Geschichte hinter den Gegenständen lebendig zu halten und es für lange Zeit für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Beruf des Restaurators ist dabei ein eigenes Wunderwerk aus Wissenschaft, Geduld, Präzision, Kunstgeschichte und Leidenschaft. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass eine vollständige Restauration meist Wochen bis sogar Monate benötigen kann. Die Dauer hängt natürlich von der Schwere der Beschädigungen, der notwendigen Maßnahmen, der Größe und der Art des Gegenstandes ab.

Kleine Wunder an unserem Lutherbild

Historische Gemälde wie das Lutherbild benötigen spezielle Verfahren, um die Authentizität der damaligen Zeit zu erhalten und die Originalqualität widerzuspiegeln. In präzisen Verfahren werden Stellen identifiziert, die eine Ausbesserung benötigen, dann werden die Maßnahmen geplant und schließlich durchgeführt. Was hat das Lutherbild also durchlebt?

  1. Schmutz, Staub und auch gedunkelte Firnis (Schutzschicht) werden sorgfältig entfernt. Die Farbunterschiede sind erstaunlich. Natürlich wird am Ende auch eine erneute Firnisschicht aufgetragen.
  2. Durch bildgebende Verfahren, wie etwa mit UV-Licht, können die genauen Stellen computertechnisch festgehalten und dokumentiert werden.
  3. Fehlstellen oder Farbverluste werden mit reversiblen Farben ergänzt, was vor allem bei historischen Gemälden spezielle Techniken verlangt, um dem Original treu zu bleiben.
  4. Rissschäden und Durchstoßungen werden mit materialgetreuen Flicken und langfristig schonenden Materialien auf der Rückseite fixiert und geschlossen. Dabei erkennt man oft bereits Maßnahmen vorangegangener Restaurationen, vor allem bei älteren Gemälden.
  5. Zur Stabilisierung werden oft neue Rahmen angefertigt und auf der Rückseite verstärkt. Zum Schutz wird das Gemälde hinter einer neuen beidseitig entspiegelten ESG-Scheibe platziert.

Es sind wahrlich kleine Wunder, die am Lutherbild vollbracht wurden. Für das bloße Auge oft nicht erkennbar, leistet die Restauration einen großen Beitrag zur Geschichte, Kultur und Zukunft des Hotel & Restaurant Schwarzer Bär. Für uns erzählen die Dokumentationen der einzelnen Restaurationen ebenso eine Geschichte, wie das Bild für unsere Gäste.

Wir danken dem Dipl.-Restaurator Michael Bruckschlegel für seine großartige Leistung und freuen uns, das Luthergemälde seit dem 20. Juni 2025 wieder bei uns zu haben.

Ein unglaubliches Resultat nach mehreren Monaten:

Beitragsbild: ©Michael Bruckschlegel

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