Geschichte des Hotels „Schwarzer Bär“ in Jena

Geschichte des Hotels “Zum Schwarzen Bären” in Jena

Lassen Sie sich von Oberstudiendirektor und Lokalhistoriker i.R.Dr.phil.habil. Herbert Koch (1886 – 1982) in die Geschichte unseres Hotels entführen. Herbert Koch war früher wohnhaft in Jena und lebt seit 1963 in Berleburg/ Saarland.

Die Geburtsstunde des „Schwarzen Bären“ in der Ära Martin Luthers (1498 – 1569)

Im Jenaer Erbregister von 1498 wird uns Nikolaus Börner als „Wirt zu Jena” genannt. Bei ihm übernachtete am 3. und 4. März 1522 Martin Luther, und zwar „im Bären”. Folglich muss dieser schon 1498 bestanden haben. Über diesen Lutheraufenthalt hat uns der Schweizer Student Johann Kessler eine ausführliche Schilderung hinterlassen. Den Aufenthalt hat im September 1861 Otto Schwerdtgeburth in jenem großen Gemälde dargestellt, das heute in der Lobby des Jenaer „Bären” hängt. Eines der abgebildeten Gesichter stellt sein eigenes Porträt dar. Eine zweite Darstellung von Paul Thumann findet man auf der Wartburg zu Eisenach.

R. Eckardt und Martin Jäger haben den Besuch 1926 sogar dramaturgisch behandelt, nachdem Otto Devrient diesen Anfangsplan in seinem großen Lutherfestspiel hat fallen lassen müssen. Auch der am 8. August 1896 verstorbene Landgerichtsrat und Heimdichter Friedrich Helbig, ein Sohn des späteren Besitzers des „Bären” – Johann Gottfried Friedrich Helbig – hat einen Aufsatz über „Luthers Einkehr im Bären” verfasst. Über diesen ersten Bärenaufenthalt des Reformators hat man aber alle späteren Besuche vergessen: Als er am 21. August 1524 in Jena mit Karlstadt und seinen Anhängern zusammentraf, fand die entscheidende Aussprache am 22. im „Bären” statt, den er dann am 23. wieder verließ.

Weitere Übernachtungen sind bekannt. Allerdings fanden sie weniger Erwähnung als die erste Beschriebene: als er am 20. September 1529 nach Marburg reiste und am 12. Oktober in Jena übernachtete – hier sogar wieder predigte; als er am 11. April 1530 nach Coburg eilte, sowie am 3. Februar und am 10. März 1537 auf der Reise nach und von Schmalkalden. Immer hat er im „Bären” übernachtet. Bei vier weiteren Aufenthalten in Jena 1525, 1527 und im April und Mai 1528 wird sein Aufenhalt im „Bären“ nur vermutet. Zu dieser Zeit war der „Bär” der beste, wenn nicht der einzige Gasthof in Jena. Daher lag es nahe, dass der Ex-Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen am 24. September 1552 ebenfalls im „Bären” blieb. Nachdem er aus fünfjähriger Gefangenschaft entlassen war, machte er in Jena Rast.

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Zum Luthermenü

Die Entwicklung des „Schwarzen Bären“ in den Generationen seiner Besitzer

Der „Schwarze Bär” ist bis mindestens 1569 im Besitz der Familie Börner geblieben. Nikolaus’ Sohn Balthasar starb am 2. Dezember 1561 als Bärenwirt. Er besaß sieben Häuser in Jena, stand als Steuerzahler 1542 an der 21. und 1557 an der elften Stelle, war Stadtrichter und seit 1555 Tranksteuereinnehmer. Da aber seine Verwandten in Gelehrtenberufe übergingen, übernahm 1569 sein Schwiegersohn Johann Herwagen den Gasthof. Anschließend werden uns 1594 bis 1599 Andreas Beyer und 1607 Nikolaus Beyer als Bärenwirte genannt und endlich 1626 Tobias Seifart. Schon 1542 zählte man in Jena fünf Gasthöfe, unter denen der „Bär” mit 400 Schock Groschen an dritter Stelle stand. Die Urkunden lassen nicht immer klar erkennen, wer in den Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts Besitzer und wer Wirt war. 1640 übernahm Nikolaus Seifart den „Bären” von seinem Vater für 600 Gulden.

1646 verkaufte aber der Amtsschösser Bernhardt Hillardt den „Bären” für 301 Taler an den Stadtleutnant Martin Weitz. Im Jahre 1700 gaben dessen drei Töchter das Anwesen an den Universitätsökonomen Lorenz Seifert weiter. Aus dem Verkaufsbrief erfahren wir, dass außer einer Scheune, einem Garten und 44 Acker Wein- und Hopfenbergen „5 Betten, 5 Tische, Bänke, ein Haferkasten, Bratenwender und -spieße, Kessel, Krippen, Raufen und 2 Ofenblasen” den Gesamtwert von 2.250 Gulden ausmachten.

Damals war das ein beträchtliches Vermögen, wenn auch mit fünf Betten nur wenige Übernachtende eingekehrt sein dürften. Lorenz Seifert hat aber „ein weitläufiges, modernes Gebäude geschaffen, dergleichen wohl in der Innenstadt zu stehen verdiente”. 1729 wird Johann Balthasar Adler als Wirt genannt, bei dem 1731 während einer „Examination der Gemäße” falsche Gemäße festgestellt wurden – wie bei 13 anderen Wirten.

1742 verkaufte Seifert seinen Besitz an Anna Magdalena Spindler für 4.000 Taler. Daran können wir die umfangreichen Verbesserungen durch Seifert erkennen. Und da sich die Zahl der Gasthöfe in Jena bis 1805 auf elf vermehrt hatte, musste natürlich auch der „Bären” auf Konkurrenzfähigkeit bedacht sein. Die Leiden der Schreckenstage des 14. Oktober 1806 (sog. Schlacht bei Jena und Austedt) überstand der Gasthof umso leichter, als er in ein Lazarett umgewandelt wurde. Dennoch vermochte es der „Bärenwirt”, über 30 Jenaer Mitbürger vor dem Zugriff der brandsehatzenden und plündernden Franzosen zu verbergen. Dem Besitzer Johann Zacharias Michael gelang es schließlich, die am Hause angerichteten Schäden bald auszugleichen. Nur so konnte der „Bär” auch wieder Studenten begrüßen, die 1815 die Burschenschaft gründeten.

Dichter und Denker zu Gast im „Schwarzen Bären“: Goethe, Budeus und Haeckel

Und wie es im „Bären” aussah, berichtet uns Eckermann, der am 7. Oktober 1827 mit Goethe hier abstieg: „Es war indes gegen 6 Uhr geworden, und Goethe fand es an der Zeit, in unser Nachtquartier zu gehen, das er im „Gasthof zum Bären” hatte bestellen lassen. Man gab uns ein geräumiges Zimmer nebst einem Alkoven mit zwei Betten. Die Sonne war noch nicht lange hinab, der Abendschein lag auf unseren Fenstern, und es war uns gemütlich, noch eine zeitlang ohne Licht zu sitzen. Es war indes Licht gebracht, wir nahmen ein kleines Abendessen und saßen nachher noch eine Weile bei allerlei Erinnerungen und Gesprächen. Goethe war in der leibevollsten Stimmung, ich hätte ihm noch stundenlang zuhören mögen. Allein er schien nach und nach müde zu werden, und so gingen wir in unserem Alkoven sehr bald zu Bett.” Und er fährt am 8. Oktober fort: „Wir standen frühzeitig auf. Wir tranken einige Tassen Kaffee und fuhren dann an dem Gebäude vor, welches die naturwissenschaftlichen Sammlungen enthält.”

Es folgte ein Besuch von Schillers Garten, wo er Eckermann den Stein zeigte und sagte: „Hier haben wir oft gesessen und manches gute und große Wort miteinander gewechselt.” Nach einem Besuch bei Döbereiner ging es nach Burgau: „Indes wir uns so in freier Natur über gute und tiefe Dinge unterhielten, neigte sich die Sonne den westlichen Gipfeln zu und Goethe fand es an der Zeit, unseren Rückweg anzutreten. Nachdem wir im ‚Bären’ bezahlt hatten, ging es im scharfen Trab nach Weimar.“

Es ist dies der einzige Besuch, den Goethe im „Bären” verlebt hatte, wohl aber hatte er 1812 schon einmal seine Frau und Sohn übernachten lassen; bei den hohen Ansprüchen, die Goethe zu stellen pflegte, will dies wohl zugunsten des „Bären” besonders viel sagen. Den „historisch wichtigen Gasthof”, wie ihn Theobald Budeus 1840 nannte, bevorzugten allmählich all jene, die eine gute Bleibe suchten. So quartierte die Universität hier z. B. anlässlich der Feierlichkeiten zu ihrem 300-jährigen Bestehen vom 15. bis 17. August 1858 den Dichter Fritz Reuter ein. Dieser hatte 25 Jahre zuvor in Jena studiert und war wegen seiner Zugehörigkeit zur Burschenschaft in Preußen zum Tode verurteilt worden. Und der Naturforscher Ernst Haeckel berichtete von seinem ersten Jena-Besuch seiner Braut: „Erst beim Dämmern ging ich in mein Quartier in den ‚Schwarzen Bären’, wo ich ein allerliebstes Zimmer mit reizender Aussicht auf die Saale und eine Mühle auf dem Berge bewohne.”

Am 3. Mai 1861 schrieb er ihr: „Ich stehe um fünf Uhr auf, frühstücke und arbeite dann für das Kolleg bis zwei Uhr. Dann esse ich mit Gegenbaur, Bezold und Dr. Naumann im ‚Bären’.”
Und wiederholt dies am 12. Mai: „Um zwei Uhr mit Gegenbaur, Bezold und Dr. Naumann im ‚Bären’ zu Mittag gegessen, wo wir jetzt ein sehr nettes Plätzchen außen in der Gartenhalle haben. Hier plaudern wir und trinken Kaffee bis drei Uhr.”
Und so ging es weiter bis zum 9. Mai 1862: „Ein bis zwei Uhr Mittag im ‚Bären’, wo dann unsere alte Bärengesellsehaft, die sich wieder in der alten Zusammensetzung konstituiert hat, bis drei Uhr beim Kaffee zusammen bleibt.”

Das war für ihn alles kein Neuland, hatte er seiner Braut doch schon am 25. Mai 1858, als er einen kurzen Besuch in Jena abstattete, mitgeteilt: „Glücklicherweise war bei Tisch im ‚Bären’ sehr muntere Gesellschaft.” Und als er am 15. August wieder dorthin kam, um die Jubiläumsfeierlichkeiten mitzuerleben, lesen wir: „Ich wurde bei Professor Gegenbaur auf dem Fichte-Platz in die Rumpelkammer gelegt, und wir gingen in unsere alte Kneipe ‚Zum Schwarzen Bären’ :”
Während es am 22. August heißt: „Wir steuerten in unsre treffliche Stammkneipe, den ‚Schwarzen Bären’, wo wir von dem dicken dienstbeflissenen Wirt, Herrn Helbig, auf das Vortrefflichste bewirtet wurden, doch unter den vielen hundert Gästen und ihrem tollen Trubel nicht lange aushielten.”

Das „Bären”-ldyll fand erst sein Ende, als Haeckel endlich am 18. August geheiratet und am 28. September 1862 die eigene Wohnung bezogen hatte.

Fürstlicher Besuch im „Schwarzen Bären“: Otto von Bismarck

Aber schon am 28. September 1864 war er Witwer geworden und kehrte wieder in den „Schwarzen Bären” zurück. Bis in sein höchstes Lebensalter hat er diesem Gasthofe die Treue bewahrt. Er bemühte sich erfolgreich, den vom Kaiser geächteten Fürsten Bismarck zu seinem Besuch in Jena zu bewegen (1892). Für dessen Unterkunft kam ebenso wie für das Festmahl allein der „Schwarze Bär” in Frage. Der Besuch schrieb Geschichte: er wurde von Bismarck zum Ehrendoktor der ad hoc improvisierten Fakultät der Naturwissenschaften ernannt. Und es war der Balkon des „Schwarzen Bären”, von wo aus der wilhelminische Ex-Kanzler Otto von Bismarck während seines Jena-Besuches eine Rede an die Jenenser hielt, die ihm einen Fackelzug geweiht hatten.

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Das Image des „Schwarzen Bären“ im Wandel: von der Studentenkneipe zur Haute Cuisine

Ein großes Verdienst an diesem Aufschwung des „Schwarzen Bären” hatte sich der Wirt Oskar Helbig erworben. Noch am 26. Juli 1862 konnte man in den „Jenaer Blättern von der Saale” lesen: „Allen Studenten, welche kalte, harte Kartoffeln und lauwarmes Fleisch zu genießen belieben, wird dazu Mittags um ein Uhr von Herrn Helbig im ‚Gasthof zum Bären’ mit dankenswerter Bereitschaft Gelegenheit geboten.” Das studentenfreundliche Ansehen des „Schwarzen Bären“ währt lange Jahre.

Sehr bald sprach es sich herum, dass man nirgends so ausgezeichnet gespeist und bedient wurde wie im „Schwarzen Bären”. Der Gasthof in Jena wurde zum unangefochtenen Ort des Geschehens: hier versammelte sich wöchentlich einmal der „Professorenstammtisch” und fanden regelmäßig die Zusammenkünfte der Kultusminister der vier Thüringer Erhalterstaaten statt, die mit dem Kurator die wichtigsten Universitätsangelegenheiten besprachen. Hier feierten die Neupromovierten den glücklichen Ausgang ihres Doktorexamens. Im Jahre 1871 feierte der akademische Musikdirektor Ernst Naumann seine Hochzeit, wofür der Weimarische Hofkapellmeister Lassen eigens ein „Singspiel” komponiert hatte. Außerdem trafen sich die drei Studenten Carl Duisberg, Carl Hauptmann und Johannes Walther, bekannt als „Deo, Heo und Weo”. Zu ihnen gesellte sich dann auch Gerhart Hauptmann, solange er sich zum Studium in Jena aufhielt. Ebenso wie sein Nachfolger Fritz Stein und Rudolf Volkmann brachte Naumann natürlich stets die Solisten im „Schwarzen Bären” unter. Sie hatten in den berühmten akademischen Konzerten mitgewirkt, unter ihnen Henri Marteau, Artur Eweyk, Julius Klengel, Eugen d’Albert, Josef Joachim, Femucio Busoni, und nicht zuletzt 1927 und 1929 Wilhelm Furtwängler.

Ernst von Wildenbruch wohnte 1899 im „Schwarzen Bären“, als die hiesigen Studenten sein „Quitzowa” aufführten. Auch Otto Devrient stieg jedesmal hierab, wenn sein „Lutherfestspiel” über die Bretter ging. Je größer die Bedeutung der beiden Jenaer Großwerke Zeiss und Schott wurde, desto häufiger trafen Gelehrte, Industrielle und Kaufleute aus der ganzen Welt im „Schwarzen Bären“ ein. Sie zeigten sich begeistert über die Gastlichkeit, die sie hier genießen konnten.

Der „Schwarze Bär“ im Wandel der Generationen: frühes 20. Jahrhundert

Der erwähnte, angeblich einzige, Sohn war nicht der spätere Landgerichtsrat Friedrich Helbig; dieser war ein Bruder des Oskar Helbig, welcher bereits 1890 im Alter von nur 53 Jahren verstarb.

Die Führung des Hotels übernahm zunächst seine Frau Therese geb. Köhler, eine Tochter des akademischen Braumeisters Johann Friedrich Wilhelm Köhler und dessen Ehefrau Rosalie. Rosalie Köhler geb. Güldenapfel, war Tochter des Professors Dr. phil. und Universitätsbibliothekars Georg Gottlieb Güldenapfel. Später führte der älteste Sohn von Oskar Helbig (1871 geboren) das Hotel weiter, und zwar bis zum Verkauf im Jahr 1908 an Otto Bieringer.

Im Jahre 1924 erwarb Fritz Mankel den „Schwarzen Bären” und ließ 1925 den großen Festsaal entstehen. Mankel war es auch, der den Gasthof bis zu seinem Tode im Jahre 1962 nicht nur auf der bisherigen Höhe gehalten. Trotz missbilligender Stimmen hat er den „Schwarzen Bären“ noch erweitert und verschönert. Unter der Führung von Fritz Mankel wurde die Reputation des Hauses als einem der besten Hotels in Thüringen gewahrt.

Künstler und Politiker zu Gast im „Schwarzen Bären“: Fortbestehen in der DDR

Im Zuge der veränderten Wirtschaftsverhältnisse in der ehemaligen DDR wurde ab 1953 das Restaurant und durch die staatliche Handelsorganisation (HO) übernommen. Ab Anfang der 60iger Jahre wurde auch das Hotel selbst verstaatlicht und bis ins Jahr 1988 unter der Leitung von Werner Spieler geführt. Der „Schwarze Bär” war über lange Zeit eines der wenigen Hotels in Jena war. Dort ließen sich berühmte Politiker und Künstler beherbergen bzw. beköstigen: Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Willy Brandt und Johannes Rau, Henri Marteau und Wilhelm Furtwängler, die sowjetischen Geiger David und Igor Oistrach. Auch der heutige Nobelpreisträger für Literatur Imre Kertesz und seine damalige Gattin wohnten damals im Hotel „Schwarzer Bär”.

Neben vielen anderen, deren Namen die schier unendliche Gästeliste aufweist, seien hier nur einige auszugsweise genannt: Theo Waigel, Bernhard Vogel, Otto Graf Lambsdorf, Günther Rexrodt, der große Literaturkritiker Marcel Mardeau, Kurt Masur, der unvergessene Schlagerstar Roy Black und, und, und …

Im April 1988 wurde Helmut Osburg zum Direktor des „Schwarzen Bären” ernannt, mit der Wiedererlangung der Einheit Deutschlands pachtete er das Haus von der H0. Schließlich erwarb er den „Schwarzen Bären“ gemeinsam mit Ehefrau Cornelia und Tochter Franziska am 21. Oktober 1991 von der Treuhand. Der „Schwarze Bär” ist aus der Geschichte der Stadt Jena gar nicht wegzudenken. Neben ihm entstanden 1853 Prüfers „Deutsches Haus”, 1890 der „Sächsische Hof’, 1899 Töpfers „Kaiserhof’. Und 1911 schien es, als ob Müllers „Fürstenhof” alles Bisherige überflügeln, wenn nicht sogar zum Erliegen bringen könnte. Aber ebenso wie die „Göhre” weit über die Thüringische Landesgrenze hinaus bekannt und berühmt war, konnte keine noch so vielversprechende Neuschöpfung dem „Bären” etwas anhaben. So blieb es dabei, was schon 1872 ein Anonymus gereimt hatte:

„Jetzt sei der ‚Bär’ von mir genannt

als Lutherhaus berühmt, bekannt

dass hier der Wein auch stets ein guter,

das fand schon Doktor Martin Luther.”

Traditionelle Qualität im modernen Gewand: der „Schwarze Bär“ seit 1990

Seinen herausragenden Rang als feste Größe in der Jenaer Gastronomielandschaft konnte das Hotel „Schwarzer Bär” trotz starker Mitbewerber bis heute behaupten. So wurden die Köche des „Schwarzen Bären” mehrere Jahre in Folge für die meisterhafte Zubereitung regionaler und internationaler Gerichte als einziges Jenaer Restaurant ausgezeichnet. Durch den international renommierten Restaurantführer Gault Millau erhielten sie 14 von 20 möglichen Punkten. Die hohe Qualität aus Küche und Keller (auch Weine aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und gar aus Jena sind im Ausschank) wird von treuen Gästen aus nah und fern geschätzt. Vor allem Handwerker, Kaufleute und Professoren treffen sich hier regelmäßig zu ihrem Stammtisch.

Ein Höhepunkt in der Chronik des heute als Familienunternehmen geführten Hause war es, als die Familie Osburg im Jahre 1999 die beiden um die Einheit Deutschlands so verdienstvollen Außenminister a. D. Eduard Schewardnadse und Hans-Dietrich Genscher begrüßen konnte. Zu den Gästen des Hauses gehörten jedoch bei weitem nicht nur Prominente.

Seit März 2018 ist der „Schwarze Bär“ der stolze Besitz der Familie Kamprad. Sie haben sich der umfassenden Modernisierung des „Schwarzen Bären“ angenommen. So gehört die Klimatisierung der Räume in der dritten Etage mittlerweile zum komfortablen Standard im „Schwarzen Bären“. Das breite Angebotsspektrum des „Schwarzen Bären” erlaubt heute die Durchführung von Feierlichkeiten aller Art und zu jedem erdenklichen Anlass in bester Qualität und genügt auch den höchsten Ansprüchen. Die ausgezeichnete Küche und der gute Service im Hotel lockt heute viele Business Gäste in den „Schwarzen Bären“. Die noble Adresse wird von den großen Unternehmen Jenas gerne an Kunden und Partner weitergegeben.

Seitdem Frühjahr 2020 versteht sich der „Schwarze Bär“ auch als Motorradhotel bzw. Fahrradhotel in Jena. Damit reagieren die Kamprads auf die veränderten Urlaubswünsche der Gäste und bieten umfangreiche Services – wie abschließbare Stellplätze und Lunchpakete – für ihre Gäste.